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Thanatopraxie – eine besondere Form der Totenversorgung.

Als Thanatologie wird die Wissenschaft bezeichnet, die sich mit dem Sterben, dem Tod und der Bestattung auseinandersetzt. Der Begriff leitet sich ab vom griechischen Wort für Tod, thanathos. Die Thanatopraxie ist die praktische Anwendung im Rahmen der hygienischen Totenversorgung. Die Methoden der Thanatopraxie gehen dabei über die Möglichkeiten der üblichen Totenfürsorge hinaus. Sie erlaubt es beispielsweise mittels moderner Einbalsamierung einen Körper für eine Auslandsüberführung oder für eine verzögert stattfindende Aufbahrung vorrübergehend zu konservieren. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Rekonstruktion, bei der versehrte Körper für eine Abschiednahme am offenen Sarg bis zu einem gewissen Grad wiederhergestellt werden können.

Anlässe für eine thanatopraktische Versorgung

Abschied nehmen nach besonderen Todesumständen

  • Gewaltsamer Tod, Unfalltod, Suizid
  • Schwere Krankheit
  • Spätes Auffinden

Wiederherstellung eines Körpers nach rechtsmedizinischer Untersuchung oder Organspende

Abschied nehmen ohne Zeitdruck

Nach einer guten hygienischen und kosmetischen Versorgung des Verstorbenen können Familien in der Regel noch einige Tage lang Abschied nehmen. Doch es gibt immer wieder Situationen, in denen Angehörige erst später Abschied nehmen können. Mit der modernen Einbalsamierung können wir den Körper des Verstorbenen für einen längeren Zeitraum erhalten.

Vorbereitung einer Überführung ins Ausland

Bei einer Auslands­überführung ab 50 km jenseits der Landes­grenze ist eine Einbalsamierung vorgeschrieben.

Geprüfter Thanatopraktiker Sven Raabe


Unser Kollege Sven Raabe hat sich im Anschluss an seine Ausbildung zur Bestattungsfachkraft am Deutschen Institut für Thanatopraxie (DIT) zum geprüften Thanatopraktiker ausbilden lassen.

„Mit den Methoden der Thanatopraxie ist vieles möglich, wir wägen immer sehr verantwortungsvoll ab, welche Eingriffe für einen Abschied notwendig und hilfreich sind. Selbstverständlich besprechen wir dies vorab auch immer mit den Angehörigen. Besonders bei Gewalt- oder Unfallopfern ist es ein schmaler Grat. Es ist in solchen Fällen nicht hilfreich für die Trauerbewältigung, wenn der Verstorbene aussieht, als wäre er friedlich eingeschlafen. Aber natürlich soll die Aufbahrung auch keine zusätzliche Belastung für die Familie sein. Ich möchte den Angehörigen helfen, die Situation anzunehmen und ein Bild schaffen, mit dem sie ihren Frieden finden können.“

Häufige Fragen zur Thanatopraxie

Was ist Modern Embalming?

Bei der modernen Einbalsamierung (Modern Embalming) wird mit einem speziellen Dialyseverfahren eine konservierende Flüssigkeit injiziert, die den körperlichen Verfall eines Verstorbenen verzögert. Es handelt sich nicht um eine auf Dauer angelegte Konservierung, wie wir es aus dem Alten Ägypten kennen. Ein mit den Methoden des Modern Embalming behandelter Körper kann später ganz normal beerdigt oder eingeäschert werden.

Können Angehörige bei der thanatopraktischen Versorgung dabei sein?

Bei der hygienischen und kosmetischen Versorgung eines Verstorbenen dürfen Angehörige gerne dabei sein und auf Wunsch auch beim Ankleiden helfen. Bei der thanatopraktischen Versorgung raten wir Angehörigen davon ab, da zum Teil schwerwiegende Eingriffe notwendig sind. Aber selbstverständlich nehmen wir uns vorab Zeit, um alle Fragen zu beantworten und das Vorgehen näher zu erläutern.

Was kostet eine thanatopraktische Behandlung?

Die Kosten einer thanatopraktischen Behandlung hängen davon ab, welche Eingriffe notwendig sind. Bei Buss Bestattungen kostet eine thanatopraktische Behandlung in der Regel etwa 350,00 €, nach einer rechtsmedizinischen Untersuchung etwa 550,00 €. Nach einem Verkehrsunfall oder spätem Auffinden, hängt der Aufwand von der Schwere der Verletzungen ab. Selbstverständlich geben wir für den konkreten Einzelfall vorab eine entsprechende Kosteneinschätzung.

Dienstleistung für andere Bestattungshäuser


Jeder Bestatter ist bestrebt, Angehörigen einen guten Abschied zu ermöglichen. Eine thanatopraktische Versorgung wird relativ selten benötigt. Sie erfordert neben einer speziellen Ausbildung auch speziell ausgerüstete Räumlichkeiten und kann daher nicht von allen Bestattern angeboten werden. Wir bieten Bestattungshäusern in der Region an, eine solche Behandlung zu übernehmen. So werden Angehörige von ihrem vertrauten Ansprechpartner vor Ort betreut und begleitet und können trotzdem diese zusätzliche Leistung in Anspruch nehmen.